Bäume im Stadtgebiet sind unverzichtbar. Daher sind nach Fällungen grundsätzlich Ersatzpflanzungen vorgeschrieben. Sind diese im Umkreis von 300 Metern nicht möglich, können sie im selben Bezirk auf eigenem oder fremdem Grund erfolgen. Fehlt auch dafür der Platz, ist an die Stadt Wien eine sog. Ausgleichsabgabe zu leisten.
Mit der Novelle des Wiener Baumschutz-Gesetzes Ende 2024 ist diese Abgabe pro nicht ersetzten Baum von zuvor 1.090,- € auf 5.000,- € erhöht worden. Eine erfreuliche Novellierung, die nach mehr als einem Jahr einige Fragen bezüglich Transparenz der Mittelverwendung aufwirft…
Wofür wird das Geld verwendet?
Im Wiener Baumschutzgesetz ist verankert, dass diese zusätzlichen Gelder für Maßnahmen wie Baumpflanzungen, Baumpflege, Bewässerung etc. verwendet wird. Überprüfbar ist das bis dato aber nicht….!
Der Stadtrechnungshof Wien kritisierte in seinem im Jänner 2026 veröffentlichten Bericht ,Prüfung des Vollzugs des Wiener Baumschutzgesetzes inkl. Vorschreibung und Verwendung der Ausgleichsabgabe‘ genau diese Schwachstellen. Trauriges Ergebnis: Es fehlen konkrete Aufzeichnungen über die tatsächliche Verwendung der Millionenbeträge. Der Stadtrechnungshof empfiehlt daher ausdrücklich, systematische und nachvollziehbare Aufstellungen über die Verwendung der Ausgleichsabgabe zu führen!
Verlieren die Bezirke Millionen für ihre klimawirksame Begrünung?
Für ,Zukunft Stadtbaum‘ stellt sich zudem die Frage, ob den 23 Wiener Gemeindebezirken aufgrund fehlender Mittel-Verwaltung womöglich Millionenbeträge für dringend benötigte Straßenbegrünungen verloren gehen. Die Ausgleichsabgabe darf ausschließlich für Erhalt und Pflege unserer Stadtbäume und Grünflächen verwendet werden – und das muss im Sinne der Transparenz absolut nachvollziehbar sein!
Jetzt sind die Bezirks-Parlamente an der Reihe, diesen Rechnungshofbericht näher zu studieren, die Stadt Wien an ihre Pflichten zu erinnern, und die Zweckbindung der Ausgleichsabgabe für ihre klimawirksamen Begrünungsprojekte (fraktionsübergreifend!) einzufordern.
MEDIENBERICHTE:
Abgabe für Baumfällung: Stadtrechnungshof kritisiert unklare Geldflüsse (16.01.2026):
Stadtrechnungshof legt Mängel im Wiener Baumschutz offen (15.01.2026):
