Das Otto-Wagner-Areal in Penzing zählt dank seiner historischen Pavillons samt Altbaumbestand zu den bedeutendsten Park- und Grünanlagen Wiens. Doch dieses Ensemble ist in Gefahr. Abgesehen von hunderten Baumfällungen in den vergangenen Jahren bereitet Anrainer:innen vor allem die schlechte Jungbaumpflege (kaum Bewässerung, fehlender Weißanstrich gegen Sonnenbrand etc.) Sorgen. Im heurigen Hitzesommer haben Dürreschäden erschreckende Ausmaße erreicht.
100 absterbende Jungbäume in einer Stunde entdeckt
Bei einem Lokalaugenschein Anfang September 2026 zählte ,Zukunft Stadtbaum‘ binnen einer Stunde rund 100 abgestorbene bzw. stark geschwächte Jungbäume. Die Gießsäcke waren durchwegs leer – auch der Boden darunter war zumeist staubtrocken. Zudem hatte kein einziger Baum einen Weißanstrich gegen Sonnenbrand. Der Anstrich ist aber unverzichtbar auf exponierten Hanglagen wie dem Otto-Wagner-Areal. Falls auf der denkmalgeschützten Fläche professionelle Pflege weiterhin ausbleibt, ist in den kommenden Jahren mit dem Ausfall hunderter Jungbäume zu rechnen. Diese sind aber teilweiser Ersatz für zahlreiche Fällungen. Ob je ausreichend nachgepflanzt wurde, ist nie veröffentlicht worden.
Fehlende Gesamt-Verantwortung erschwert die Baumpflege
Mehrere Zuständigkeiten sind wohl mitverantwortlich für die Misere. Laut Lageplan der Stadt Wien ist für das Westareal, in dem sich die Klinik Penzing befindet, der Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV) verantwortlich. Im Kernareal ist die Otto-Wagner-Areal Revitalisierung GmbH (OWA) zuständig und im Osten die Gemeinnützige Siedlungs- und Baugesellschaft (GESIBA). Eine Gesamtverantwortung für Erhalt und Pflege der Grünfläche gibt es nicht. Für einen Baumbestand, der den klimatischen Herausforderungen gerecht werden soll, braucht es für nachhaltige Pflege eine zentrale Koordinations-Stelle mit Fachpersonal.
Forderungen von ,Zukunft Stadtbaum‘ an die Stadt Wien:
- Zentrale Zuständigkeit der Baumpflege für das gesamte Otto-Wagner-Areal;
- Ausarbeitung eines einheitlichen Pflegeplans samt öffentlicher Einsicht;
- Sofortiger Weißanstrich des gesamten Jungbaumbestandes;
- Regelmäßige Befüllung der Gießsäcke (Frühjahr bis Herbst);
- Erfassung des Ist-Zustandes (Standort, Baumart, Anzahl, Pflanzjahr, Zustand etc.);
- Bekanntgabe der Menge erforderlicher Neupflanzungen bis Ende 2026;
- Nachpflanzung der abgestorbenen Jungbäume bis zum Frühjahr 2027;
- Transparente Kommunikation der gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen.
,Zukunft Stadtbaum‘ fordert daher mehr Transparenz beim Baumschutz. Die Bevölkerung hat Anrecht auf ein nachhaltigen Baumpflegekonzept, das dem historischen Ambiente des Otto-Wagner-Areals gerecht wird. Wiederholtes, reihenweise Absterben teurer Jungbaum-Pflanzungen trägt mit Sicherheit nicht zum Erhalt dieser unverzichtbaren Penzinger Grünfläche bei.
Lageplan Otto-Wagner-Areal
MEDIENBERICHTE:
Am Otto-Wagner-Areal drohen hunderte Jungbäume zu sterben (08.09.2026):
Fotoauswahl Jungbaumsterben Otto-Wagner-Areal:






































































Das ewige Baumsterben auf dem Otto Wagner-Areal (Archiv):
Am 14. Februar 2017 wurden von der Gesiba-Bau im Otto-Wagner-Spital 99 gesunde Baumriesen gerodet:
https://www.facebook.com/media/set?set=oa.1103803486395503&type=1
https://www.facebook.com/media/set?set=oa.1111492038959981&type=1
Am 11. Oktober 2019 wurden weitere 100 Bäume für die nächsten Gesiba-Betonburgen gefällt!
https://www.facebook.com/media/set/?set=oa.2424680987641073&type=3
Neben der berühmten Steinhof-Kirche wurden 2019 ebenso Schlägerungen vorgenommen:
https://www.facebook.com/media/set/?set=oa.2099687976807044&type=3
Insgesamt waren das ca. 900 Bäume in den vergangenen Jahren!. Ersatzpflanzungen haben nicht überlebt ( Dezember 2020):
https://www.facebook.com/groups/ottowagnerareal/permalink/2770895179892219/
Ein Rundgang im März 2021 veranschaulicht das Ausmaß der Naturzerstörung im UNESCO Biosphärenpark in der grünen Lunge Wienerwald (Fotos: Initiative Steinhof erhalten).




Nicht genug, dass seit 2017 rund 200 Bäume gefällt wurden. Die entsprechenden Gutachten wurden bis heute – trotz Nachfrage – NICHT veröffentlicht und bis heute liegt kein Nachweis über die vollständige Durchführung der vorgeschriebenen Ersatzpflanzungen vor. Zudem ist zu bezweifeln, ob die noch vorhandenen Bäume diesen massiven Eingriff in ihren Lebensraum überstehen werden. bzw. durch Beschwerden von Bewohner/innen, deren Sichtverhältnisse womöglich eingeschränkt sind, entfernt werden müssen. Und das in Wien 2021, angeblich auf dem Weg zur Klimamusterstadt!
Die Intransparenz bei Rodungs-Gutachten ist unerträglich!
Wir unterstützen den Vorschlag der Initiative Zukunft Stadtbaum: Die Vorgangsweise bei Rodungen, die der Zustimmung des Magistrats bedürfen, muss nachvollziehbar und transparent sein. Baumfällungsgutachten müssen öffentlich einsehbar sein (KEIN SCHWÄRZEN persönlicher Daten). Keine undurchsichtigen Gutachten!
Initiative Steinhof erhalten:
http://www.steinhof-erhalten.at/
Pressemeldungen:
Die Rebellen vom Wilhelminenberg (29.05.2021):
Steinhof-Gründe als Welterbe: Prüfung soll noch heuer starten (24.04.2021):
So geht’s am Otto-Wagner-Areal weiter (21.04.2021):
https://www.meinbezirk.at/penzing/c-lokales/so-gehts-am-otto-wagner-areal-weiter_a4590203
Der Steinhof spaltet den Bezirk (29.03.2021):
https://www.meinbezirk.at/penzing/c-lokales/der-steinhof-spaltet-den-bezirk_a4546652
Otto Wagners Bäume: Verkümmert und verdorrt am Steinhof (03.09.2018):
